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Strategien im Kampf gegen die Flaute

Von: Susanne Spotz

19.02.2009
Ludger Goesmann (links), Jörn Peter Struck

Bild: Küppers

Die Finanzkrise lastet auf den Schultern der Speditions- und Logistikbranche. Fahrzeuge stehen im Hof, Mitarbeiter können ihren Job nicht machen, da Aufträge wegbrechen. „Die Zahlen werden dramatisch“, sagt auch Ludger Goesmann, Prokurist der Nord-Süd Spedition in Rheda-Wiedenbrück, auf dem Symposium von trans aktuell, DEKRA und dem Verband Spedition und Logistik (VSL). Trotzdem gilt es in der Krise, nicht den Kopf in den Sand zu stecken.

Um die Finanzen im Blick und die Kosten im Griff zu haben, lohnen sich Kontrollsysteme. "Dazu gehören etwa Frühindikatoren wie der so genannte Daily Report", sagt Goesman. Der Bericht beinhaltet die täglichen Auftragsein- und Ausgänge, sowie Zahlen zum Umsatz des Unternehmens.

Im Fokus stehe zudem das aktive Liquiditätsmanagement. Es bilanziert die offenen und bezahlten Rechnungen sowie laufende Kosten wie Mautgebühren und Treibstoff oder Versicherungen. Grundsätzlich gelte, sowohl variable Kosten wie Sprit oder Maut als auch fixe Kosten wie Versicherungen oder Abschreibungen sowie die Personalkosten genau zu kennen. Auch die Fahrzeuge sollten sorgfältig unter die Lupe genommen werden, rät der Experte. Mit einer Auflistung über die gefahrenen Kilometer, die Geschwindigkeiten und den Umsatz pro Kilometer lasse sich der Fuhrpark optimieren. Unternehmen können daran frühzeitig ablesen, wie die Finanzlage aussieht und ob etwa ein Gang zur Bank ansteht. Neben dem internem Controlling sollten Firmen nach Ansicht von Goesmann auch ein Auge auf ihre Kunden werfen. „Bei Neukunden ist eine Auskunft zwingend vorgeschrieben“, sagt der Prokurist.

Um erfolgreich zu sein, sollten nach Meinung des Experten der Bereich Management und Controlling Hand in Hand gehen. Dazu gehört der gemeinsam Aufbau eines in die Zukunft gerichteten Berichtswesens. Auch Ziele, Pläne oder Szenarien sollten zusammen definiert werden.

Gemeinsam an einem Strang ziehen auch die Partner der Stückgutkooperation Cargoline mit Sitz in Dietzenbach. Die Kosten zu kontrollieren, Prozesse zur verbessern oder Bedingungen in Kundenverträgen zu prüfen, stehen ganz oben im Kampf gegen die Wirtschaftsflaute.

Jörn Peter Struck, Geschäftsführer von Cargoline, appelliert daran, in der momentanen Wirtschaftskrise eine Chance zu sehen. Sein Motto lautet Mitarbeiter zu qualifizieren, statt sie zu entlassen. „Wenn Firmen jetzt ihre Investitionen in gute Mitarbeiter, den Fuhrpark, Immobilien oder IT stoppen, dann sinkt die Qualität“, sagt der Experte. Der Kunde sieht sich im schlimmsten Fall nach einem anderen Dienstleister um. Bevor Firmen etwa ihre Mitarbeiter entlassen, sollten sie über Kurzarbeit und Altersteilzeit nachdenken und ihre Prozesse verbessern.

Struck warnt auch davor, den Dienstleister im Preis zu drücken. Er könnte zum Wettbewerber überlaufen oder Insolvenz anmelden müssen. Wenn die Flaute vorüber ist, steht er ohne die nötige Ausstattung an Personal und Fahrzeuge da. Auch ein Rotstift bei Fortbildung oder Gehalt der Mitarbeiter, im Bereich Werbung oder Veranstaltungen sollte vorsichtig angesetzt werden. „Oberstes Ziel ist es, die Krise zu nutzen, um Qualität zu sichern oder zu erhöhen“, sagt Struck. Dazu gehöre auch, den Bereich IT aufzurüsten und die Qualität zu prüfen.

„Kurz: Die Dinge müssen noch mehr an den Bedürfnissen der Kunden ausgerichtet werden“, sagt der Cargoline-Chef.


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