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Wege aus der Krise finden

Von: Susanne Spotz

19.02.2009
Wege aus der Krise finden

Bild: Archiv

Wie finden Firmen den Weg aus der Krise? Auf diese Frage hat das Symposium von trans aktuell, DEKRA und dem Verband Spedition und Logistik (VSL) geantwortet.

Einen Beitrag leistet unter anderem die Bundesagentur für Arbeit. Unter dem Motto „Einsatz für Arbeit“ forderte Eberhard Häfele, verantwortlich für Großkunden bei der Agentur für Arbeit, Unternehmen auf, Entlassungen zu überdenken. Er drängt darauf, Fachkräfte zu halten, weiter zu qualifizieren und somit Beschäftigung zu sichern. Ein Weg aus der Krise sei die Kurzarbeit. Die Bezugsfrist für das Kurzarbeitergeld wurde jetzt auf 18 Monate verlängert. Die Höhe dieses Geldes liege bei 60 oder 67 Prozent der Nettoentgeltdifferenz. „Der Arbeitgeber muss die Hälfte der Sozialversicherungsbeiträge übernehmen“, erklärt der Fachmann. Setzt eine Firma auf Qualifizierung ihrer Mitarbeiter, fällt der Beitrag ganz weg. Die Agentur für Arbeit trage zudem einen Kostenbeitrag zur Qualifizierung. Nach Ansicht des Fachmanns ist es lediglich wichtig, auch einen Antrag auf Kurzarbeitergeld bei der zuständigen ortsansässigen Agentur zu stellen. Firmen müssten ihre wirtschaftliche Notwendigkeit begründen und die betrieblichen Voraussetzungen darlegen. Ist der Antrag gestellt, dauert es 15 Arbeitstage, bis das Geld im Unternehmen eingeht. Hat die Agentur beispielsweise Ende Februar einen Antrag auf dem Tisch, erhält die Firma für diesen Monat bereits das erste Kurzarbeitergeld. „Was tatsächlich gefordert werden kann, offenbart oftmals ein direktes Gespräch mit der Agentur“, rät Häfele.

Claus Korschinsky, Abteilungsdirektor für den Bereich Volkswirtschaft und Research bei der IKB Deutsche Industriebank, bläst in dasselbe Horn wie Häfele: Firmen sollten qualifizierte Mitarbeiter halten, nicht vor die Tür setzen. Im Bereich Personal gelte es, Arbeitzeitkonten anzupassen, Urlaub vorzuziehen oder Ausbildungsmaßnahmen zu ergreifen. Trotzdem geht er davon aus, dass ertragsschwache Unternehmen Probleme bekommen werden. Die Insolvenzen werden seiner Meinung nach in der Speditions- und Transportbranche steigen. Um die Krise zu bewältigen, müssten die Kosten unter die Lupe genommen werden. Kostentreiber wie Maut und Sprit drückten auf das Gewerbe. Überprüfen sollten Firmenchefs zudem, ob etwa defizitäre Kundenbeziehungen mitgezogen werden. Für den Moment rät der Finanzexperte, nur wichtige und dringliche Investitionen vorzunehmen. Den wirtschaftlichen Sturm bewältigen seiner Ansicht nach die Firmen, die über ein belastbares Geschäftsmodell verfügen, das auch einen Rückgang verkraften kann.

Wie viele Unternehmen es nicht über die Flaute hinwegschaffen, lässt sich nach Meinung von Klaus Rehder, Niederlassungsleiter der Kreditversicherung Euler Hermes, nicht sagen. „Liquidität ist das A und O der Stunde“, sagt der Fachmann. Daher wird seiner Meinung nach kein Unternehmen in diesem Jahr daran vorbeikommen, über Forderungsausfälle nachzudenken. Der Kreditversicherer sieht sich dabei als Dienstleister, der Firmen beispielsweise über die Bonität ihrer Kunden und Neukunden auf dem Laufenden hält. Nach dem Motto „Mit Prävention Schäden vermeiden“, unterstützt die Versicherung Firmen dabei, sich abzusichern. Alle Risiken seien nicht vermeidbar.

Interessierte können auf der Homepage der Agentur für Arbeit unter www.arbeitsagentur.de weitere Informationen zu Leistungen, Kurzarbeitergeld, Formulare und Anträge finden.

 


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